Mur berliński jako symbol zimnowojennego militaryzmu w filmie niemieckim po 1989 roku

  1. Marta Brzezińska-Pająk ORCiD: 000-0003-2056-1078

Abstract

DIE BERLINER MAUER ALS EIN ZEICHEN DES MILITARISMUS DES KALTEN KRIEGES IM DEUTSCHEN FILM NACH 1989

Der deutsche Film nach 1989 brachte zahlreiche interessante Interpretationen der jüngsten Geschichte. Sie knüpften erneut an die Berliner Mauer an und stellten dieses besondere Bauwerk im Zusammenhang mit der DDR-Problematik und den Fragestellungen betreff end die deutsche Wiedervereinigung dar. Die Berliner Mauer wurde in den Filmen nicht nur zum Symbol der bewältigten Vergangenheit und der Traumbewältigung, sondern sie nutzte auch die Tradition des Teilungsimages. Berücksichtigt wurden dabei diverse Gesichtspunkte, wie z.B. ihre militärische Eigenschaft, die sich in einigen, in diesem Artikel erwähnten und besprochenen Elementen, widerspiegelte.
Vor allem in den Filmen lebt die deutsch-deutsche Teilung visuell zweierlei — als Schilderung der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze außerhalb von Berlin. Das zieht nach sich eine unterschiedliche Wahrnehmung der Grenze und eine etwas andere Nutzung der Grenzeästhetik. Die Ikonographie der Teilung ist off ensichtlich mit Berlin verbunden und sie unterstützt sein visuelles Bild.
Die Berliner Mauer, ihre Gesichter und ihr Abbild in den Filmen nach 1989 dient einigen Zielen: der Veranschaulichung des historischen Prozesses der Wiedervereinigung und der Ausschreibung der deutsch-deutschen Verhältnisse, merklich wird sie auch ein Teil der Ikonographie, die mit der DDR-Problematik verbunden ist. Da sie eine besondere Art der Grenze darstellte, ist sie an zahlreiche Hintergründe gebunden, unterliegt dem Mythologisieren und ist vor allem in den Medien parat.
Der Kaltkriegkontext, der die Filmikonographie ordnet und sie beeinfl usst, ergibt sich aus der Verwendung und Anknüpfung an diverse Archivalien, die mit dem Bau der Mauer und der politischen Spannung bei der Errichtung und dem Dasein der Grenze verbunden waren. Der sogenannte Fall der Berliner Mauer und ihr Abriss lieferte eine Fülle von visuellem Material, das laufend gedreht war und in den Dokumentarfi lmen seinen Platz fand. In den Filmen dagegen kommen die ganze Geschichte der Teilung und ihre militärische Herkunft zum Ausdruck.
Die Präsenz der Mauer — medial vermerkt, z.B. mittels berühmter Fotographien — wird an den Bedarf des Films angepasst, z.B. der sog. — Sprung in die Freiheit von Conrad Schumann im Film Der Tunnel, 2001 von Roland Suso Richter. Die Zeit der Errichtung der Mauer wird in den Filmen nach dem Muster eines Kriegskonfl iktes geschildert, der das Filmleben der Helden stark ändert. Selbst die Setzung der Grenze zieht Opfer nach sich, was in den Filmen mittels dramatischer Szenen gestaltet wird wie z.B. in dem Film Die Mauer — Berlin ’61, 2006 von Hartmut Schoen.
Die Berliner Mauer und die deutsch-deutsche Grenze werden in den Filmen mittels ihrer militärischen Elemente — Panzerabwehrbarrieren, sämtlicher Zaunarten und Drähte, Betonschutz, Wachtürme u. dgl. geschildert. Sie rufen ästhetische Anknüpfungen an Kriegsfi lme hervor, wie das im Film von Urs Egger An die Grenze, 2006/2007 der Fall ist, und erlauben, Spannung zu bilden und die Dramatik der Geschichte durch die Hyperbolisierung der Gefahrsituation zu steigern. Die militärische Ikonographie (Stacheldrahtverhau, Armee, Fahrzeuge), die mit der ersten Etappe der Mauererrichtung verbunden ist, wird auch in den Filmen genutzt, die mit dieser Periode der deutschen Geschichte nicht direkt verbunden sind, sondern in den Realien des gegenwärtigen Deutschland spielen, wie im Film Die Grenze, 2010 von Roland Suso Richter.
Die Filme knüpfen nicht nur an das Aufbauen der Grenze, sondern auch an die spätere Präsenz der Mauer. Das ermöglicht, die Problematik der sog. Opfer der Mauer und das Motiv der Flucht über die Grenze einzuführen, die in dem Werk von Thomas Berger Wir sind das Volk — Liebe kennt keine Grenzen, 2007, zu fi nden sind. Und wieder ermöglicht das, die Befestigungen und Fortifi kationen der Grenze (insbesondere außerhalb von Berlin) darzustellen, die die Gewalt und zugleich die Sinnlosigkeit der Teilung symbolisieren sowie die alten Helden neu zu erfahren, als Wächter an der Mauer oder als Grenzschutzsoldaten.
In dem Artikel wurde die Publikation der Verfasserin Spektakel-Grenze-Leinwand. Die Berliner Mauer im deutschen Film (Spektakl-granica-ekran. Mur berliński w fi lmie niemieckim) genutzt, die einer der weltberühmtesten Grenzen und ihrer Popularität im deutschen Film hauptsächlich nach 1989 gewidmet wurde.

 

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Niemcoznawstwo

26, 2018

Pages from 29 to 41

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